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Jagdschein und Kleiner Waffenschein – Was unterscheidet sie vom normalen Waffenschein?

31.01.2017 - Armsquare GmbH

Neben der Waffenbesitzkarte und dem Großen Waffenschein beinhaltet das deutsche Waffenrecht den kleinen Waffenschein und den Jagdschein.

Neben der Waffenbesitzkarte und dem Großen Waffenschein beinhaltet das deutsche Waffenrecht den kleinen Waffenschein und den Jagdschein. Sie alle haben ihre speziellen Regelungen. Im folgenden Artikel werden der kleine Waffenschein und der Jagdschein behandelt.

 

Generell erlaubt ein Waffenschein, ganz gleich, ob es sich um den großen oder kleinen Waffenschein handelt, das Führen einer Waffe in der Öffentlichkeit. Um welche Art von Waffe es sich dabei handelt, wird eben durch die Art des Waffenscheins festgelegt.

 

Was sind die Unterschiede zwischen Waffenschein, kleinem Waffenschein und Waffenbesitzkarte?

 

Häufiger werden Waffenscheine mit der Sportschützen-Waffenbesitzkarte verwechselt. Doch zwischen beiden besteht ein wesentlicher Unterschied. Eine Waffenbesitzkarte erlaubt den Besitz einer Schusswaffe, ein Waffenschein erlaubt das Führen einer Waffe in der Öffentlichkeit.

Mit dem kleinen Waffenschein ist der Besitzer berechtigt, bestimmte Waffen zur Ausübung tatsächlicher Gewalt, auch außerhalb seiner Wohnung, seines umfriedeten Besitzes oder seiner Geschäftsräume, bei sich zu tragen.

 

Leider hat die Einführung des kleinen Waffenscheins einen unschönen Hintergrund: In der Vergangenheit kam es vermehrt zu Amokläufen an deutschen Schulen und es wurde registriert, dass Schreckschusswaffen bei der Hälfte aller Straftaten zugegen waren.

Daraufhin wurde am 1. Oktober 2002 (Inkrafttreten am 1. April 2003) das neue Waffengesetz (WaffG) eingeführt und der kleine Waffenschein kam hinzu.

 

Welche Waffen fallen unter den kleinen Waffenschein?

 

Mit dem Kleinen Waffenschein ist das Führen von als freien Waffen gekennzeichnete Waffen, wie es in § 10 Abs. 4 Satz 4 WaffG festgelegt wurde, sogenannter SRS-Waffen genehmigt. Darunter sind Folgende zu verstehen:

 

 

Voraussetzung für das Mitführen ist, dass sie gemäß § 8 Beschussgesetz mit einem Siegel bzw. einer Zulassung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, kurz PTB ausgestattet sind.

 

Der Transport von freien Waffen ohne Kleinen Waffenschein

 

Das Transportieren von durch die PTB freigegebenen Waffen bedarf keiner gesonderten Erlaubnis, allerdings muss die Munition getrennt geführt werden. Dies gilt im übrigen immer für den Transport von Schusswaffen ohne Waffenschein. Hierbei ist dafür Sorge zu tragen, dass beides nicht unmittelbar zugriffsbereit ist, was beispielsweise das Handschuhfach oder die Hosentasche ausschließt. Ideal ist es, einen abschließbaren Transportkoffer oder Ähnliches zu nutzen. Zudem darf die Waffe nur so geführt werden, dass sie für andere nicht sichtbar oder sofort erkennbar ist.

Auf jeden Fall sollte daran gedacht werden, den Kleinen Waffenschein ebenso mit sich zu führen wie den Personalausweis oder den Pass. Sollte das nicht der Fall sein, droht eine Geldbuße bis zu zehntausend Euro wegen dieser Ordnungswidrigkeit. Sollten Sie ihn vergessen haben und in eine Kontrolle geraten, ist es ratsam freundlich und den Beamten gegenüber absolut ruhig zu bleiben.

 

Der Kleine Waffenschein berechtigt nicht:

 

 

Voraussetzungen für den Kleinen Waffenschein

 

Die Bezeichnung Kleiner Waffenschein mag den Eindruck erwecken, an ihn wären ähnliche Auflagen und Bedingungen geknüpft, wie an den normalen Waffenschein. Im Falle des Kleinen Waffenscheins sind an die mit ihm verbundenen Waffen keine notwendigen Erlaubnisse verbunden, um eine PTB-zugelassene Waffe zu kaufen oder zu besitzen.

Während der große Waffenschein einige weitere Regelungen beinhaltet, reicht für die Ausstellung des kleinen, die Volljährigkeit und Zuverlässigkeit und eine gewisse persönliche Eignung. Eine Bedürftigkeit muss ebenfalls nicht nachgewiesen werden.

 

Ansonsten sind die Voraussetzungen mit denen des großen Waffenschein identisch.

 

 

Je nach Bundesland kann der Kleine Waffenschein vom Landratsamt, Ordnungsamt, der Polizei, Gemeinde oder dem Kreisverwaltungsreferat ausgestellt werden. Der Vordruck ist meist identisch mit dem des vollwertigen Waffenscheins und wird lediglich den erleichterten Bedürfnissen angepasst. Die Bearbeitungsdauer beträgt in der Regel je nach Bundesland zwischen drei und acht Wochen.

 

Was kostet der Kleine Waffenschein?

 

Die Kosten für den Antrag auf den Kleinen Waffenschein richten sich nach der Gebührenregelung.

 

 

Gem. § 4 Abs. 3 WaffG hat die zuständige Behörde den Inhaber einer waffenrechtlichen Erlaubnis in regelmäßigen Abständen, spätestens jedoch nach Ablauf von drei Jahren erneut auf die Zuverlässigkeit und persönliche Eignung zu prüfen. Die Kosten variieren von Bundesland zu Bundesland (15 bis 60 €).

 

Illegales Mitführen von PTB-zugelassenen Waffen

 

Wer in Öffentlichkeit mit einer Waffe kontrolliert wird und keinen Kleinen Waffenschein besitzt, wird mit einer saftigen Strafe belegt. Natürlich wird die illegal mitgeführte Waffe eingezogen. Der Strafkatalog reicht von einer Geldstrafe bis zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren wegen illegalen Führens von Waffen.

 


Der Jagdschein

 

Der Jagdschein unterscheidet sich dazu und zum normalen Waffenschein ebenfalls in einigen, wichtigen Punkten. So wird der Jagdschein wird von der Unteren Jagdbehörde ausgestellt, allerdings nur, wenn der Antragsteller verschiedene Bedingungen erfüllt.

 

Voraussetzungen für den Jagdschein

 

 

Mit der Ausstellung des Jagdscheines wird eine Gebühr und in vielen Landkreisen eine Jagdabgabe fällig.

 

Was ist mit dem Jagdschein erlaubt?

 

Wer einen Jagdschein hat, darf aber noch lange nicht einfach auf die Jagd gehen. Das Jagdrecht steht in Deutschland den Grundeigentümern zu, die es (bei genügend großem Grundeigentum und als Inhaber eines gültigen Jagdscheines) auf ihrem eigenen Land ausüben dürfen oder sich zu örtlichen Jagdgenossenschaften der Grundeigentümer zusammenschließen müssen, welche das Jagdausübungsrecht dann in der Regel an einen Jäger, also einem Inhaber eines gültigen Jagdscheins verpachten.

 

Der Jagdschein berechtigt seinen Inhaber: