0

Der Waffenschein – wie bekomme ich ihn und wofür brauche ich ihn?

31.01.2017 - Armsquare GmbH

Wer plant einen Waffenschein zu machen, muss sich zunächst über eine wichtige Unterscheidung klar sein. Gemäß der deutschen Rechtsprechung wird zwischen einem Waffenschein und einer Waffenbesitzkarte unterschieden.

 Wer plant einen Waffenschein zu machen, muss sich zunächst über eine wichtige Unterscheidung klar sein. Gemäß der deutschen Rechtsprechung wird zwischen einem Waffenschein und einer Waffenbesitzkarte unterschieden. Wer eine Waffenbesitzkarte besitzt, darf zwar eine Waffe besitzen, aber die Waffenbesitzkarte erlaubt es nicht auch eine Waffe zu zu führen. Der Waffenschein wiederum gestattet das Führen einer Schusswaffe, die als „erlaubnispflichtig“ eingestuft ist, in der Öffentlichkeit. Natürlich ist dies mit sehr strengen Auflagen und Voraussetzungen verbunden. Wollen Sie bloß eine Waffe besitzen und mit dieser auf einem Schießstand sich im Schießsport üben, brauchen Sie keinen Waffenschein, es reicht eine Waffenbesitzkarte.

 

Wichtige Voraussetzungen für den Großen Waffenschein

 

Grundlegend sind an den Waffenschein (auch bekannt als der Große Waffenschein) die selben Voraussetzung geknüpft, wie an die Waffenbesitzkarte. Wer sie erfolgreich beantragen möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein, als waffenrechtlich zuverlässig gelten und als persönlich geeignet eingestuft werden. Es dürfen keine Vorstrafen vorliegen, es dürfen keine Vergehen oder Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit Alkohol oder anderen berauschenden Substanzen bekannt sein. Darüber hinaus muss ein Schachkundenachweis und ein triftiger Grund für das Führen einer Schusswaffe vorliegen. Einfach so ins Blaue einen Waffenschein zu beantragen ergibt gar keinen Sinn und wird sicher abgelehnt werden. Zusätzlich muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen sein, die mit einer Deckungssumme von mindesten 1 Millionen Euro versehen ist. Ebenfalls verpflichtend ist eine Glaubhaftmachung, dass man stärker als jeder normale Bundesbürger durch Angriffe auf Leib oder Leben gefährdet ist und das Beisichführen einer Waffe geeignet ist, dieses Risiko zu mindern.

 

Wie erhalte ich meinen Waffenschein?

 

Erster Schritt in Richtung Waffenschein, vorausgesetzt, man erfüllt die nötigen Grundvoraussetzungen, ist die Beantragung des Waffenscheins bei der zuständigen Behörde. Diese richtet sich nach dem Bundesland, indem man gemeldet ist. Am einfachsten ist es, sich die notwendigen Antragsformulare auf der Homepage der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde herunterzuladen. Hier werden auch noch einmal alle wichtigen Dokumente aufgelistet, die dem ausgefüllten Antrag beigelegt sein müssen. Ob eine Antragssteller dann auch tatsächlich als zuverlässig und damit in der Lage zum Führen einer Waffe angesehen wird, wird meist von der zuständigen Behörde selbst überprüft. Die anderen Voraussetzungen müssen von der antragsstellenden Person selbst nachgewiesen und eingereicht werden. Wurden alle Unterlagen und Nachweise abgegeben heißt es warten. Nun prüft die Behörde, ob alle Voraussetzungen zur Erteilung eines Waffenscheins auch wirklich vorliegen und erfüllt werden. Je nach Bundesland können unterschiedliche Behörden für die Erteilung eines Waffenscheins zuständig sein.

 

Zuständige Behörden für den Waffenschein

 

 

Der Weg zum Waffenschein

 

Allgemein muss, neben dem Antrag auf die Erteilung oder die Verlängerung des Waffenscheins, der erfolgreiche Abschluss einer Haftpflichtversicherung in der geforderten Höhe von 1 Millionen Euro und der Sachkundenachweis eingereicht werden. Wie dieser Sachkundenachweis aussieht, hängt davon ab, zu welchem genauen Zweck der Waffenschein beantragt wird. Selbstverständlich muss auch die eigene Identität durch entsprechende Dokumente glaubhaft gemacht werden. Ein gültiger Personalausweis, Reisepass (für Staatsbürger anderer Länder mit einer Meldebescheinigung und eventueller Aufenthaltsgenehmigung kombiniert). Oftmals ist es zwingend erforderlich ein psychologisches Gutachten von einem Amtsarzt oder Facharzt einzureichen. Ein weiterer wichtiger Nachweis, der dem Antrag hinzugefügt werden muss, ist die anschauliche Glaubhaftmachung, dass man mehr als die Allgemeinheit durch Angriffe auf Leib oder Leben gefährdet sind und diese Gefahr durch das Tragen einer Waffe gemindert werden könnte. All dies kann von Bundesland zu Bundesland, von der zuständigen Behörde, variieren. Die genauen Voraussetzungen sind leicht abweichend.  

 

Was kostet der Waffenschein?

 

Was für den reinen Antrag des Waffenscheins an Kosten anfällt, richtet sich nach der kommunalen Gebührenregelung. Die Kosten für den Waffenschein liegen meist zwischen 50 und 100 Euro. Dazu kommen noch die eventuell selber zu tragenden Kosten für den Sachkundenachweis, die geforderten Dokumente und die Haftpflichtversicherung. Der „kleiner“ Waffenschein hingegen, kann schon für rund 50 Euro beantragt werden. Dieser bezieht sich auf das Führen einer erlaubnisfreien Waffe außerhalb der eigenen Wohnung.

 

Sonstige Informationen zum Waffenschein

 

Im Gegensatz zur Waffenbesitzkarte erlaubt der große Waffenschein dem Besitzer, eine scharfe, unter das deutsche Waffengesetz fallende Waffe, zu führen. Eine Waffe zu führen, bedeutet, die tatsächliche Gewalt über die Schusswaffe auch außerhalb der eigenen Wohnung, des umfriedeten Besitzes oder der Geschäftsräume auszuüben. Dem Antrag auf einen großen Waffenschein wird generell nur selten und in Ausnahmefällen stattgegeben, da auch hier eine bestimmte Bedürftigkeit nachgewiesen werden muss.

Der Antragsteller muss nachweisen, dass er mehr gefährdet ist, als die Allgemeinheit und das eine Schusswaffe die Gefährdung reduzieren kann. Das trifft z. B. auf die Polizei zu. Da aber eine solche Gefährdung nur sehr schwer nachgewiesen kann, wird einem Antrag auf einen großen Waffenschein nur selten stattgegeben.

Wer einen großen Waffenschein bekommt, darf die Waffe bei bestimmten Ausnahmefällen nicht führen. Bei Veranstaltungen, Aufzügen sowie Festen gelten laut Waffengesetz bestimmte Einschränkungen.

Selbst Polizisten, Bundeswehrsoldaten oder Zollbeamte verfügen nur über einen Waffenschein, der an ihren Beruf gebunden ist. Außerhalb ihrer Dienstzeit dürfen sie keine Waffen in der Öffentlichkeit führen.

Nach Ablauf von drei Jahren kann der Waffenschein in Verbindung mit einer Zuverlässigkeits- und Bedürfnisüberprüfung für drei weitere Jahre verlängert werden.


Das Luftgewehr – Ein Sportgerät für Jung & Alt

Unter einem Luftgewehr verstehen sich Gewehre, die ein Geschoss durch die Ausdehnung von komprimiertem Gas antreiben.

Kategorie: Allgemein , eingestellt am 31.01.2017

 

Jagdschein und Kleiner Waffenschein – Was unterscheidet sie vom normalen Waffenschein?

Neben der Waffenbesitzkarte und dem Großen Waffenschein beinhaltet das deutsche Waffenrecht den kleinen Waffenschein und den Jagdschein.

Kategorie: Allgemein , eingestellt am 31.01.2017